BASF: Massenentlassung beim Platin-Zulieferer Lonmin in Südafrika

Pressemitteilung

•    Berüchtigter Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater will Lonmin übernehmen

•    Drohende Massenentlassung verschärft prekäre Lebensbedingungen in Marikana

•    Kampagne fordert von BASF, Schritte zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen zu vereinbaren

 

Anlässlich der BASF-Hauptversammlung am 3. Mai in Mannheim wirft die südafrikanisch-europäische Kampagne Plough Back the Fruits dem Chemiekonzern Vernachlässigung der Menschenrechte in seinen Geschäftsbeziehungen nach Südafrika vor. 

Auch fast sieben Jahre nach dem Massaker von Marikana sind bei Lonmin, dem wichtigsten Platin-Zulieferer der BASF, die Arbeits- und Lebensbedingungen unverändert untragbar. Die Mehrheit der Arbeiter in der südafrikanischen Minenarbeiterstadt Marikana lebt nach wie vor in Slums ohne fließendes Wasser, Kanalisation und Strom. Dabei ist Lonmin rechtlich durch den Social and Labour Plan (SLP) dazu verpflichtet, für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu sorgen.

„Der BASF-Vorstand muss nun erst recht unter Beweis stellen, dass man auf die Einhaltung rechtlicher Verbindlichkeiten besteht und damit seine Lieferkettenverantwortung ernst nimmt“, fordert der südafrikanische Bischof Seoka, Vertreter der Kampagne. „Die lang versprochenen, aber nie voll-ständig umgesetzten Verbesserungen der Lebensbedingungen in Marikana müssen endlich umgesetzt werden.“

Lonmin wird voraussichtlich von Sibanye-Stillwater übernommen, einem Unternehmen, das für seine hohe Anzahl von tödlichen Arbeitsunfällen berüchtigt ist – allein im Jahr 2018 hatte es 24 Todesfälle gegeben. Durch die Übernahme sind nun 12.600 Arbeitsplätze bei Lonmin bedroht.

„Die Arbeiter und die Gemeinschaft von Marikana sind sehr besorgt. Wenn Lonmin als Unternehmen verschwindet, wird niemand mehr da sein, der für die Straftaten gegen sie und für die Umweltzerstörung zur Rechenschaft gezogen werden kann”, ergänzt Seoka, der sich auch an die Akti-onär*innen auf der BASF-Hauptversammlung richten wird.

BASF wirbt damit, eine Pionierrolle im Blick auf Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit zu übernehmen, etwa bei der Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Sollte die Übernahme von Lonmin zustande kommen, muss die BASF nun beweisen, dass dies keine leeren Worte sind und die soziale und ökologische Gewalt des „business as usual" nicht fortgeführt wird. 

„BASF soll in seinem neuen Vertrag mit Sibanye-Stillwater klare Schritte zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter vereinbaren. Dieser Vertrag muss zugänglich gemacht werden, damit die Gemeinschaft von Marikana die Umsetzung überprüfen kann“, fordert der Rechtsanwalt Andries Nkome, der 279 der nach dem Massaker von Marikana unrechtmäßig verhafteten Arbeiter vertritt. „Es ist ein Skandal, dass bis heute nicht alle Opfer des Massakers voll-ständig entschädigt worden sind, nur weil niemand Verantwortung übernehmen will“, ergänzt Nko-me, der ebenfalls an der Aktionärsversammlung der BASF teilnimmt.