Corona in Simbabwe: wegen Diamantenminen umgesiedelte Gemeinden haben kein Wasser

Die Gemeinde Arda Transau in Simbabwe, die von den Diamantenfeldern in Marange umgesiedelt wurde, um den Weg für den kommerziellen Bergbau zu ebnen, tut sich schwer, die 21-tägigen Sperrmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des COVID19-Coronavirus einzuhalten, da es nun 4 Wochen ohne fließendes Wasser ist.

Vor sechs Jahren konnte das KASA-Team die Diamantenregion in Simbabwe besuchen und hatte auch Gelegenheit, die damals schon verheerenden Lebensbedingungen in Arda Transau zu begutachten. Menschen wurden von den Minengesellschaften – damals war es die chinesische Betreibergesellschaft Anjin - aus Marange nach Arda Transau umgesiedelt, oder besser dort abgeladen. Denn eine Lebensgrundlage gab es von Anfang an nicht. Auch das Vieh, das sie mitgebracht hatten, starb ihnen aufgrund der veränderten Bedingungen, einfach weg. Bis heute gibt es keinerlei Arbeitsmöglichkeit für die Umgesiedelten. Auch Landwirtschaft ist nicht möglich, weil es keine Flächengibt und es sich um eine völlig andere Vegetationszone wie in ihrer ursprünglichen Gegend handelt.

Im Zuge der Konsolidierung der Bergbauunternehmen Simbabwes entstand 2016 die staatliches Unternehmen Zimbabwe Consolidated Diamond Company ZCDC, die nun auch theoretisch für die umgesiedelten Gemeinschaften zuständig sind.

Vor vier Wochen hat die simbabwische Regierung das Wasser in Arda Transau abgestellt, weil die Menschen ihre Strom- und Wasserrechnungen nicht bezahlen können.

Das chinesische Unternehmen Anjin hatte diese Rechnungen übernommen, der simbabwische Staatskonzern jedoch nicht und so hat sich eine Summe von 37.000 Dollar angesammelt. In Arda Transau leben rund 600 Haushalte mit durchschnittlich sieben Personen, die jetzt ihr Wasser aus dem Odzi-Fluss, einem ungeschützten Brunnen und einem Bohrloch an der Chirasika-Grundschule holen müssen. In der Region wird aber aufgrund der Verseuchung des Grundwassers davor gewarnt, Wasser aus Brunnen zu trinken. Eine absolut unhaltbare Situation auch schon ohne Corona, so Mufute Tawanda, Sekretär des Arda Transau Relocation Development Trust.

Die armen, oft sehr abgelegenen Gemeinden können sich keine Präventionsmaßnahmen leisten. Ihre Abgelegenheit verhindert den Informationsfluss über Schutzmaßnahmen, da die meisten weder Zugang zu Fernsehen, Radio, Zeitungen oder soziale Medien haben, in denen die Regierung informiert. Ihre Armut gibt ihnen wenig Resilienz gegenüber der Pandemie und den Auswirkungen einer landesweiten Ausgangssperre. Die NGO Zimbabwe Environmental Law Association (ZELA) hat bereits zu Beginn der Ausgangssperre das Diamantenunternehmen ZCDC aufgefordert, sich um Präventionsmaßnahmen in der Diamantenregion zu kümmern, um auch hier die Menschen vor der Ausbreitung des Virus zu schützen.

https://www.kasa.de/fileadmin/user_upload/downloads/publikationen/kasa/mabanza_2014_unterwegs_in_chiadzwa.pdf

http://www.zela.org/covid-19-time-for-zcdc-to-work-zealously-for-the-marange-community/