Denis Goldberg in der Nacht zum 30. April im Alter von 87 Jahren verstorben

Der südafrikanische Bürgerrechtler Denis Goldberg wurde 1933 als Sohn jüdischer Einwanderer in Kapstadt geboren. Nach seinem Studium zum Bauingenieur wurde er zunächst Mitbegründer des Kongresses der Demokraten und später Mitglied im bewaffneten Flügel des ANC, Umkhonto we Sizwe, in dem er die Position des technischen Offiziers übernahm. Als Teil der Führungsriege wird Goldberg im Hauptquartier des ANC Flügels 1963 in Rivonia, einem Vorort von Johannesburg, festgenommen. Zusammen mit Nelson Mandela und weiteren Anti‐Apartheidkämpfern wurde Goldberg im sogenannten Rivonia‐Prozess der Sabotage und des Hochverrats angeklagt und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Als einziger Weißer der insgesamt 16 Angeklagten wurde Denis Goldberg nicht wie die anderen Verurteilten nach Robben Island, sondern allein in das Zentralgefängnis von Pretoria verlegt. Während der Haft absolvierte er insgesamt drei Fernstudiengänge, der letzte wird durch seine frühzeitige Entlassung 1985 unterbrochen. Nach seiner Entlassung emigrierte Goldberg zunächst nach Israel, dann nach London, wo er als Vertreter des ANC zunächst weiter für die Beendigung der Apartheid und später für eine egalitäre Gesellschaftsstruktur und eine Aufhebung der sozioökonomischen Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung kämpfte. Der Autor des Buches: „Der Auftrag ‐ Ein Leben für die Freiheit in Südafrika“ gründete H.E.A.R.T., einer Hilfsorganisation, die sich dafür einsetzt, Kindern in Südafrika zu mehr Teilhabe und Gerechtigkeit zu verhelfen. 2016 gründete er den Denis Goldberg Legacy Foundation (DGLF) Trust

2012 war er zu Gast bei der KASA Konferenz „Südafrika am Scheideweg? 100 Jahre ANC“, zusammen mit dem damaligen, inzwischen ebenfalls verstorbenen, südafrikanischen Botschafter Makhenkesi Arnold Stofile, der politischen Analystin Liepollo Lebohang Pheko und dem Poeten Chirikure Chirikure aus Simbabwe.

In den letzten Jahren kämpfte Goldberg gegen Lungenkrebs und ein Herzleiden, dem er am 30. April erlag.

Wir trauern um einen großen Menschen und Freund. Möge seine Seele in Frieden ruhen. Hamba Kahle, Madoda.