Mein FÖJ: Wie zwei Monate im Fluge vergehen

Mein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) begann ich bei der Werkstatt Ökonomie am 1. Oktober 2020 als Nachfolgerin von Laura Plönnigs. Mein Name ist Yulika Tsuda und ich habe im Sommer 2020 mein Abitur in Heidelberg gemacht. Während des ersten Lock-Downs im März/April zeichnete es sich immer klarer ab, dass mein ursprünglicher Plan, ins Ausland zu gehen, wohl nicht aufgehen würde. Auch wenn  mir schon damals klar war, dass ich nächstes Jahr 2021 PPE (Philosophie, Politik und Ökonomie) oder P&E (Philosophie und Ökonomie) studieren wollte: Unter diesen Bedingungen wollte ich kein Studium anfangen, und deshalb suchte ich nach einer spannenden Alternative. Zu meinem Glück fand ich auf der FÖJ Homepage die Stellenausschreibung bei der Werkstatt Ökonomie, die sich in ihrer Thematik, der entwicklungspolitischen Bildung, recht von den anderen Stellenangeboten unterschied und mir sofort ins Auge sprang. Nun bin ich hier. Auch wenn ich nicht, wie geplant, im Ausland auf Abenteuersuche bin, bin ich froh, mich hier neuen Herausforderungen zu stellen und aus neuen Perspektiven auf das globale Geschehen blicken zu können.

In den zwei Monaten, die ich bereits hier bin, habe ich mit meiner Kollegin Simone Knapp an der Konzeptionierung und Durchführung der Schulworkshops „Fiese Früchtchen“ gearbeitet. Bei dieser Aufgabe war es für mich besonders spannend, meine Erfahrungen und Wünsche aus meiner Schulzeit mit einzuarbeiten und von der Schülerin zur Referentin zu werden. Unserem ersten Workshop haben wir Mitte November digital veranstaltet. Auch wenn der zur vollsten Zufriedenheit ablief: Sowohl uns als auch den Schüler*innen ging durch die physische Distanz doch auch viel verloren.

Außer um die Schulpartnerschaftsarbeit kümmere ich mich um die Bibliothek der Werkstatt Ökonomie. Wer schon einmal im Modul 2 des Welthauses zu Besuch war, weiß, dass die Wände des Flurs voller Bücher sind. Es ist faszinierend, alleine schon durch das bloße Überfliegen der Werke eine Ahnung zu bekommen, wie spannend andere Kulturen sein mögen, wie unser Wirtschaftssystem und unser Lebensstil analysiert und kritisch hinterfragt werden kann und welche Lösungsvorschläge es für die komplexen sozio-ökonomischen Probleme unserer Zeit gibt.

In anderen Momenten meiner kurzen Zeit hier habe ich mich ein bisschen mit Korruption, Landesvergabegesetzen bzw. öffentlicher Beschaffung, Lieferketten und Klimawandel beschäftigen können, habe an Vorträgen und Seminaren zu Sambia, Simbabwe und entwicklungspolitischer Bildungsarbeit teilgenommen und viele weitere interessante Gespräche gehabt. Natürlich ist nicht jeder einzelne Arbeitstag voller neuer Erkenntnisse, aber ich versuche weiterhin für alles noch Kommende offen zu sein und bin gespannt, was mir die zukünftigen Monate noch bescheren werden.