Premierminister von eSwatini/Swasiland stirbt an COVID 19

Ambrose Mandvulo Dlamini (52) verstarb in einem südafrikanischen Krankenhaus, in das er Anfang Dezember zur Behandlung geflogen wurde. In dem als absoluten Monarchie regierten Land sind nach offiziellen Angaben knapp 7000 Menschen mit dem COVID 19 Virus infiziert und bereits 127 verstorben. Sieben von zehn der 1,2 Millionen Einwohner*innen leben in absoluter Armut und können dem Virus wenig entgegensetzen. Vorerkrankungen wie Staublunge und TB besonders in Familien mit Minenarbeitern sind ebenso alltäglich wie eine HIV/AIDS-Erkrankung. Swasiland gehört zu den Ländern mit der höchsten HIV-Rate weltweit. Das Königshaus lebt einen verschwenderischen Lebensstil auf Kosten der Bevölkerung, selbst in Zeiten der Pandemie. Und nicht nur das Gesundheitssystem hat vor dem Virus kapituliert, durch den Lockdown ist auch die gesamte Wirtschaft in die Knie gezwungen worden.

Das Swaziland Solidarity Network SSN hatte der Regierung bereits Anfang Dezember vorgeworfen, dem Premierminister eine Sonderbehandlung zukommen zu lassen, indem sie ihn in ein Land mit besserer Gesundheitsversorgung versetzte. "Der Premierminister ist als Mitglied von Mswatis Kabinett Teil einer Regierung, die das Gesundheitssystem des Landes zum Einsturz gebracht und es in ein Wartezimmer zum Tod für gewöhnliche Swazis verwandelt hat, die es sich nicht leisten können, für medizinische Behandlung nach Südafrika oder ins Ausland zu fahren. Auch er sollte ein Krankenhaus in Swasiland besuchen, damit er voll und ganz verstehen kann, was Swazis jedes Mal durchmachen, wenn sie ins Krankenhaus gehen.“

Ähnlich formulierte es auch die politische Jugendorganisation SWAYOCO in ihrer Beileidsbekundung: „Wenn der Premierminister wegen des schlechten Gesundheitssystems in Eswatini zur Behandlung nach Südafrika geflogen werden musste und trotzdem starb, wie viele Swazis werden dann sterben, weil sie keine andere Möglichkeit haben, als das schlechte Gesundheitssystem des Landes zu nutzen? Das Privileg, nach Südafrika geflogen zu werden, ist nicht für jeden möglich, besonders nicht für arme Swazis, und das bedeutet, dass sie mit dem Gesundheitssystem, das wir haben, bereits zum Tode verurteilt sind.“

König Mswati III. regiert die letzte absolute Monarchie auf dem Kontinent per Dekrete und setzt sich selbst über die Verfassung, in dem er etwa Minister ernennt, die kein Mitglied des Senats sind.

Der König ernannte Dlamini im November 2018 zum Premierminister, nachdem er zuvor CEO des Telekommunikationsunternehmens MTN Eswatini war und keinerlei politische Erfahrung aufzuweisen hatte. Jährlich fließen Millionen von Dollar an Dividenden von MTN an den König, denn er erhielt 10 Prozent an MTN Swaziland, als er dem Unternehmen die Lizenz für den Betrieb als einziger Mobilfunkanbieter in seinem Königreich erteilte. Doch Dlamini ist nicht der einzige Minister, den König Mswati III. ins Kabinett geholt hätte, weil er lukrative Geschäftsverbindungen hat.