Streikführer Mzoxolo Magidiwana vor Gericht

Erst im Mai diesen Jahres stand Mzoxolo Magidiwana auf Einladung der Plough Back the Fruits-Kampagne  vor rund 6000 BASF-AktionärInnen und forderte von der Konzernleitung:
„…[dass] BASF Druck auf Lonmin ausübt, sein unfinished business, seine unerledigten Pflichten und Verantwortlichkeiten gegenüber den Arbeitern wahrzunehmen und anzugehen. Auch wenn die Toten durch nichts mehr zum Leben erweckt werden, würde es uns, den Arbeitern, doch dabei helfen, zur Ruhe zu kommen, die Vergangenheit ruhen zu lassen, einen Prozess der Versöhnung einleiten… Was mich persönlich am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass ich – als Opfer der Polizeibrutalität – auch noch kriminalisiert werde. Gegen mich wie andere gut 200 Arbeiter wurde Anklage wegen Mordes erhoben. Aber auf mich wurde geschossen, ich habe auf niemanden geschossen – ich bin ein Opfer, werde aber wie ein Täter behandelt, bis heute.“

Heute, fünf Jahre nach dem Marikana-Massaker, stehen 17 Streikführer, darunter Mzoxolo Magidiwana und Tholakela (Bele) Dlunga, die viele durch den Film „Miners Shot Down” kennen, wegen öffentlicher Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Streik vor Gericht. Wenn der Staat erfolgreich ist, werden diese Männer die nächsten Jahre im Gefängnis verbringen müssen.

Gleichzeitig wurden aber jene Polizisten, die von der Untersuchungskommission für schuldig befunden wurden, ihrerseits Gewalt – Mord oder Mordversuch – angewendet zu haben, bisher nicht vor Gericht gestellt, obwohl dies bereits letztes Jahr von der Regierung angekündigt worden war.