FarmarbeiterInnen in der Weinbaubranche Südafrikas

In all den Diskussionen, die um die Landfrage geführt werden, findet die Situation der FarmarbeiterInnen nur wenig Beachtung. Viele von ihnen haben in den letzten Jahren meist illegal ihre Wohnorte und Lebensgrundlagen verloren. Auf manchen Farmen herrschen nach wie vor sklavenähnliche Verhältnisse. Auch der Streik der FarmarbeiterInnen im Jahr 2012, der im Postapartheid Südafrika zum ersten Mal öffentlichkeitswirksam auf deren Situation aufmerksam machte, hat deren Lage nicht wirklich verbessert. Aufgrund von bürokratischen und logistischen Hürden haben FarmarbeiterInnen keinen Zugang zu den ihnen in der Verfassung garantierten Rechte. Darüber hinaus sind die existierenden Gewerkschaften schlecht aufgestellt und kaum in der Lage, effektive Lobbyarbeit für FarmarbeiterInnen zu machen. Hier besteht enormer Handlungsbedarf, der letztendlich die Frage nach Selbstbestimmung, Landrechte und Ernährungssicherheit stellt.

Deutschland ist für den Export südafrikanischen Weins der zweitwichtigste Handelspartner hinter Großbritannien. Die Hälfte davon wird in Supermarktketten oder Discountern zu günstigen Preisen angeboten, die innerhalb der Lieferkette einen enormen Druck auslösen, den am Ende die ArbeiterInnen auf den Feldern mit unter dem Existenzminimum liegenden Löhnen bezahlen. Auf der anderen Seite versprechen Labels wie Fair Trade oder Fair for Life, dass sie den ProduzentInnen faire Preise bezahlen, damit diese ihre Angestellten fair entlohnen können. Welche Fragen sich hier jeweils auftun und welche Handlungsoptionen oder Kampagnen daraus entstehen können, soll mit dieser Fokussierung und Konkretisierung der Landfrage erarbeitet werden.

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