Broschüre „Land ist Leben! Die Geschichte der Landenteignung in Südafrika“

Der Zugang zu Land ist eine essentielle Voraussetzung dafür, dass bäuerliche Familien sich selbst versorgen und ihr Recht auf Nahrung verwirklichen können. In den ländlichen Regionen in den Entwicklungsländern sind rund 190 Millionen ohne Land. Sie gehören zu den Ärmsten der Welt. Deswegen unterstützt „Brot für die Welt“ viele Bauernorganisationen und Gruppen ohne Land weltweit bei ihrem Kampf um Land und für gerechte Landreformen, so auch die Arbeit von TCOE (Trust for Community Outreach and Education) in Südafrika.

Die Broschüre „Land ist Leben – Die Geschichte der Landenteignung in Südafrika“ beschreibt in eindrucksvoller Weise, wie groß und vielschichtig die Herausforderung immer noch ist, Jahrhunderte kolonialer Enteignung und Ausbeutung zu überwinden. In über zehn Jahren Demokratie ist ein fundamentaler Bruch mit der Vergangenheit hin zu einer gerechten Landverteilung nicht gelungen. Noch heute besitzen 55000 weiße Farmer fast alles Land außerhalb der ehemaligen homelands, während 20 Millionen Schwarze auf ihren viel zu kleinen Parzellen kaum überleben können.

Auch mangelt es an einer Einbindung der Landreform in Maßnahmen der ländlichen Entwicklung, wie die Schaffung von Infrastruktur oder die Bildung von Kooperativen, so dass selbst die bisher erreichten Erfolge der Reform gefährdet sind. Desgleichen gilt für Südafrika wie für andere Staaten: das System der marktorientierten Landreform, wie sie von der Weltbank gefordert wird, ist zum Scheitern verurteilt.

Weltweit wird aufgrund der stetig steigenden Bevölkerungszahl der Verteilungskampf um Ressourcen, seien es Erdöl, Wasser oder eben Boden, immer härter werden. Aus der Geschichte Südafrikas können wir für das Verständnis unserer Gegenwart und zur Gestaltung unserer Zukunft lernen, welche drastischen Konsequenzen, der von Machteliten ausgetragene Kampf um Ressourcen auf das (Über-)leben von Millionen hat. Wir können aber auch lernen, dass es sich lohnt, menschenverachtender Politik und inhumanen Wirtschaftspraktiken Widerstand entgegen zu setzen.

Aus dem Vorwort von Bernhard Walter, Brot für die Welt

Bibliografische Angaben

Brot für die Welt / Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (Hg.) (2008): Land ist Leben! Die Geschichte der Landenteignung in Südafrika. [= Trust for Community Outreach and Education (2004): Land is life. The history of land dispossession in South Africa], übersetzt von Karin Saarmann und Uwe Kleinert, mit einem Epilog von Simone Knapp, Stuttgart / Heidelberg, Februar 2008, 24 S.