Afrika neu denken – das Original

Die Notwendigkeit, Afrika neu, d.h. anders zu denken, die dieses Projekt vor sieben Jahren formuliert hat, zeigt Wirkung, was uns freut. Leider wird die Überschrift „Afrika neu denken“ auch für Zusammenhänge übernommen, die alte Denk- und Verhaltensmuster reproduzieren. Um uns von diesen Übernahmen zu entscheiden, trägt unser Projekt nun den Zusatz „das Original“.

Die Idee hinter dem Projekt

Mehr als eine Konferenz oder eine Konferenzreihe versteht sich „Afrika neu denken“ als eine Aufforderung, eine neue Haltung zu Afrika und afrika-bezogenen Themen zu entwickeln. Ausgangspunkt für Afrika neu denken als Ort des Austausches war 2015 die Frage, welche einem Mitglied der afrikanischen Diaspora in Deutschland gestellt wurde, das mit einer deutschen Delegation 2012 Geflüchtete auf Malta besuchte: Was tun Menschen afrikanischer Herkunft, die in Deutschland leben, für die Geflüchteten, die in Ländern wie Italien und Malta gestrandet sind? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage brachte eine Komplexität mit sich, die u.a. in der Positionierung der Menschen aus Afrika und afrikanischer Herkunft in dominierenden Afrika-Diskursen in Deutschland kulminierte. Mit den beteiligten Frankfurter entwicklungspolitischen Organisationen und Bildungseinrichtungen wurde die Idee konzipiert und umgesetzt, einen Ort zu schaffen, an dem die dominierenden Afrika-Diskurse mit Perspektiven aus dem afrikanischen Kontinent und aus der afrikanischen Diaspora konfrontiert werden. Ziel ist es dabei, einen Perspektivenwechsel zu fördern und die gängigen Afrika-Bilder und -diskurse zu hinterfragen, um Platz zu machen für neue Wahrnehmungen und Denkmuster. Methodisch orientiert sich die Themenauswahl an Anlässen oder Afrika-Diskursen, die eine gewisse Konjunktur haben: Afrikas Potentiale und Zukunftswege, Afrika-Bilder, 130 Jahre Berliner Konferenz, UN-Dekade von Menschen afrikanischer Herkunft, Afrika-Konzepte der Bundesregierung im Rahmen des G20-Gipfels, Afrika als Kontinent des Wissens und der Innovationen, 25 Jahre Post-Apartheidsära, 60 Jahre Un-Abhängigkeit, Restitutionen, Rehabilitationen und Reparationen. Dabei werden die dominierenden Perspektiven den Analysen und Perspektiven von Menschen aus ausgewählten afrikanischen Kontexten entgegengesetzt, die oft in den hiesigen Afrika-Diskursen ignoriert werden. So können Räume für gemeinsame Lernprozesse entstehen, die die Diskurse von kolonialen Kontinuitäten befreien und Handlungsspielräume aufzeigen, in denen mögliche Beiträge aus dem afrikanischen Kontinent zur Überwindung gemeinsamer Probleme der Menschheit sichtbar werden.